Über Großstädte und Vorgärten, Krawalle und Klassentreffen, zwischen Prozac und Post-Rock, Proust und Joyce.

„Irgendwann dachte ich, wenn ich jetzt nicht die Gitarre nehme und wieder anfange Songs zuschreiben, drehe ich durch, lacht Axel Bloom. Der in Bremen aufgewachsene Singer/Songwriter macht fast sein ganzes Leben Musik und spielte in den 80er und 90er Jahren in so sagenhaften Bands wie The Hand of Fate, Cherrybomb und Der Vollmond, wurde von Plattenfirmen weitestgehend ignoriert und nur Annette Humpe hatte ein paar aufmunternde Worte für ihn übrig, bevor der nächste A&R-Hansel irgendwas von nicht zeitgemäßer Produktion säuselte. In Wien entstand dann die erste EP in Eigenregie sowie zwei weitere Alben und so ist Axel seit mehr als sechs Jahren als Solokünstler auch wieder auf der Bühne aktiv.

Kürzlich aus Zürich nach Hamburg emigriert, mit der Erkenntnis „Die Berge sagen mir nichts“, ist Axel Bloom im Herzen ein Großstadt-Punk, in seinen Liedern ein kantiger Feingeist, der von Beton und Vorgärten erzählt, von Häfen und Hoffnungen träumt oder sich über Prozac und Klassentreffen beschwert.

Immer ohne Zeigefinger, manchmal mit Mittelfinger, oft abseits von Nabelschau und sich missverstanden fühlen nach plötzlichem Herzgebrechen, sucht Axel in seinen Songs meist mehr als nur eine Perspektive auf die Dinge.

Dies war auch Antrieb für das im Frühjahr erscheinende Projekt „Ein Tag mit Joyce“ in dem Axel Bloom Songs schrieb, die allesamt von James Joyces’ Ulysses inspiriert sind: „Bücher sind Welten, die uns genauso beeindrucken oder beeinflussen, wie das, was wir die wirkliche Welt nennen und dem wollte ich mich schon immer mal in Songs nähern. Ich war zwar nie wirklich ein Bücherwurm, aber wie in der Musik, dachte ich immer, dass Klassiker nicht umsonst Klassiker sind: Also hab ich mich da ran gemacht, an Goethe, Schiller, Dostojewski, Steinbeck, Pynchon und Joyce. Und bei Joyce hat es dann halt klick gemacht: das war wie diesen einen ersten Songs zu hören, als ich sofort wusste, dass ich unbedingt Gitarrespielen lernen muss! …“

Entstanden sind mit Gitarre, Klavier und Papier achtzehn Lieder voller Typen und Persönlichkeiten, die realer und zeitgemäßer kaum sein könnten.

Axel Bloom, ein guter Fang (Weser Kurier) … „Sympathisch, die Entertainerqualitäten“ (taz), „drückt den Liedern seinen eigenen Stempel auf“ (Intro)

Axel Bloom "Was wir glauben zu sehen" live im Studio